Anonym und sicher? Der Tor-Browser auf dem Prüfstand!

Sobald in Mainstream-Medien der Name des Tor-Browsers genutzt wird, assoziieren die Redakteure dieser Artikel diese Tatsache gerne mit vollständiger Anonymität. Das Credo lautet: Sobald du den Tor-Browser installierst, ist eine Verfolgung deiner Aktivitäten im Internet praktisch nicht möglich. In diesem Beitrag werfen wir einen Blick darauf, ob diese Behauptung auch stimmt.

Der aktuelle Ist-Stand

Ganz sicher steht fest, dass das Browsen mit installiertem Tor-Browser sicherlich sehr viel schwieriger nachzuvollziehen ist als mit einem x-beliebigen Browser à la Chrome, Firefox & Co. ohne weitere Verschleierungsmaßnahmen. Würdest du genau jetzt den Tor-Browser installieren und nutzen, wärst du schon deutlich anonymer unterwegs als ohne Schutz durch das Programm.

Allerdings steht diese Tatsache auch nicht zur Debatte: Es geht nicht darum, ob der Tor-Browser sicherer und anonymer arbeitet als gewöhnliche Browser – denn das schafft er mit Sicherheit -, sondern ob er wirklich eine vollständige Anonymität gewährleistet, wie es von weniger erfahrenen Nutzern gerne behauptet wird.

Wenn du den Tor-Browser ein wenig hinterfragst, wirst du schnell zu dem Ergebnis kommen, dass diese angebliche vollständige Sicherheit eben nicht gewährleistet sein kann. Wie sollten die Behörden der Strafverfolgung sonst dazu in der Lage sein, Kriminelle zu fassen, wenn der Tor-Browser wirklich zu 100 % funktionieren würde?

If you're investigating a competitor, researching an opposing litigant in a legal dispute, or just think it's creepy for your ISP or the government to know what websites you visit, then the Tor Browser might be the right solution for you. For most people, using Tor Browser is as simple as downloading it and running it, the same way you'd download Chrome or Firefox. Tor Browser is available for Linux, Mac and Windows, and has since been ported to mobile. If you're on Android, find OrBot or OrFox on the Google Play Store or F-Droid. iOS users can grab OnionBrowser from the Apple App Store. ———————————————— #tor #sponsored #simplifyyourlife #dircomputers #webdeveloper #webdevelopment #backenddeveloper #browser #torbrowser #webdesigner #professional #startup #cpp #programming #programmer #anonymous #softwaredeveloper #webdev #webapp #geek #html #html5 #css #php #java #javascript #itsecurity #article #entrepreneurial #saas

A post shared by By Kashman Cybersecurity, Inc (@cybersecurity_magazine) on

Ein Blick auf die Stärken und Schwächen

Im Auslieferungszustand verschleiert der TOR-Browser die IP-Adresse, indem er sie durch eine praktisch anonyme IP-Adresse ersetzt – aber mehr auch nicht. Außerdem nimmt die Software dies auch nur für Applikationen vor, die Tor auch nutzen. Erst mit der richtigen Konfiguration wird daraus ein Browser, der sich sicher nennen darf. Dazu geben wir dir einige Tipps:

Die Konfiguration geht bei Plug-ins wie Java und JavaScript los und endet bei ganz gewöhnlichen Cookies. Jene Cookies werden auch über den Tor-Browser bei Ihnen gesetzt, wenn Sie dies zulassen. Damit ist es mit jeglicher Anonymität natürlich nicht mehr weit her, da nun schnell nachgewiesen werden könnte, zu welcher Uhrzeit du welche Webseite besucht hast.

© imilian/123RF

Der Browser verzichtet inzwischen standardmäßig darauf, Daten für die Bildwiederholfrequenz des Anzeigegeräts sowie Informationen über die Auflösung zu sammeln. Dies könnte ansonsten bei einer Auswertung aller Daten Aufschluss darüber geben, welcher Nutzer welche Datenströme nutzt. Sicherheitshalber solltest du trotzdem darauf bestehen, den Tor-Browser nur in einem Fenster zu nutzen.

Ein weiterer Nachteil – der zugegebenermaßen nicht direkt etwas mit der Sicherheit zu tun hat – ist die deutliche langsamere Geschwindigkeit. Du bist Downloads mit 50 Mbit/s gewöhnt? Das kannst du dir mit dem Tor-Browser abschminken, da die Daten durch so viele andere Server geleitet werden, dass die Geschwindigkeit drastisch einbrechen wird.

Ebenfalls zu bedenken ist, dass es – theoretisch – möglich wäre, jeden Proxy-Server des Tor-Netzwerks mit Software auszustatten, die den Datenverkehr auf jenen Servern analysiert. Damit wäre eine Nachverfolgung am Ende doch möglich. Allerdings handelt es sich dabei eher um eine theoretische Gefahr, da die praktische Umsetzung extrem komplex wäre.

Bedenken musst du auch, dass allein die Nutzung des Tor-Browsers inzwischen schon dazu führt, dass du dich in den Augen von Behörden verdächtig machst. Frei nach dem Motto „Wer nichts zu verbergen hat, braucht auch keine Privatsphäre“ behandeln Regierungen Nutzer des Tor-Browsers von vornherein mit Skepsis – eine traurige Entwicklung, deren Erörterung hier aber zu weit führen würde.

Rettung durch VPN-Dienste?

Anonymität bei der Nutzung des Internets ist kein Privileg, sondern ein Grundrecht – ebenso wie in allen anderen sozialen Räumen. Da, wie wir nun gesehen haben, der Tor-Browser selbst jedoch keine zu 100 % wirksame Sicherheit und Anonymität gewährleisten kann, ist mitunter das Ausweichen auf VPN-Dienste notwendig. Shellfire ist beispielsweise ein Anbieter eines VPN-Dienstes, der deine Spuren im Internet in Verbindung mit dem Tor-Browser noch einmal wesentlich besser verwischt.

Vereinfacht ausgedrückt nimmst du über VPN-Dienste zuerst eine Verbindung zu einem anderen Server auf, bevor du Zugriff auf die Daten im Internet bekommst. Jener Server hat eine andere IP-Adresse als deine Hardware zu Hause. Sollten also Personen oder Behörden versuchen, über die IP-Adresse Zugang zu dir zu bekommen, landen sie stattdessen nur auf dem VPN-Server. Dieser legt keine Protokolle von Nutzerdaten an und ist daher praktisch nutzlos für alle, die herausfinden möchten, wer du bist oder was du machst.

Fazit

Der Tor-Browser versteckt deine IP schon recht gut. Kommt dir dennoch jemand auf die Schliche, solltest du zusätzlich einen VPN-Server dazwischenschalten. Damit stehen dir in der Regel Ausweichmöglichkeiten auf mehrere Dutzend Länder zur Verfügung. Bei der Auswertung geografischer Standortdaten würde dann beispielsweise herauskommen, dass du dich gerade in Venezuela aufhältst obwohl du in deiner Wohnung in Deutschland sitzt.

Abschließend lautet unser Tipp daher: Wenn es wirklich sicher sein muss, solltest du unbedingt auf die Kombination aus Tor-Browser und Shellfire & Co. vertrauen.